Das Ehrenamt

Gott zur Ehr und dem Nächsten zur Wehr

Über 150 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich in Böblingen und Dagersheim in der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr Böblingen besteht aus den Abteilungen Böblingen und Dagersheim mit je einem eigenen Standort. Beide Abteilungen rücken im Einsatzfall gemeinsam aus. Das heißt, bei jedem Alarm werden Kameraden von Böblingen und Dagersheim alarmiert, die vom jeweiligen Standort abrücken. Dadurch werden gute Einsatzzeiten erreicht und die Einsatzbelastung gleichmäßig auf vielen Schultern verteilt. Das ist wichtig: Denn anders als in anderen Ländern wird dieser Schutz weit überwiegend durch freiwillige, also ehrenamtliche Kräfte sichergestellt, eben durch Bürger in Uniform. In Böblingen und Dagersheim sind dies über 150 Frauen und Männer, die im Notfall alles stehen und liegen lassen, um anderen Menschen zu helfen. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Die Anforderungen und Erwartungen an die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr steigen ständig.

Als im 19. Jahrhundert die Bürger erstmals geordnete Organisationen zur Brandbekämpfung gründeten dachte sicher noch niemand daran, wie sich der Weg der Feuerwehren bis in die heutige Zeit gestalten sollte. War die Aufgabe der Feuerwehr in den Anfangstagen nur darauf beschränkt, die Ausbreitung eines Feuers zu verhindern, ist die Feuerwehr heute zu einem richtigen Allround-Talent geworden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit rücken freiwillige Feuerwehrleute aus, um schnell, gezielt und professionell zu helfen. Dabei ist die Brandbekämpfung mit rund einem Drittel tatsächlich der geringste Anteil der Feuerwehrarbeit. Die Feuerwehr heute ist also weit mehr als „nur eine Gruppe zur Brandbekämpfung“; sie ist ein Dienstleister für die Sicherheit der Gesellschaft. Diese Leistungen kommen der Bevölkerung, Industrie, Gewerbe, Handwerk und Handel sowie der Natur und der Umwelt zugute.

Für die professionelle Aufgabenerledigung ist immer mehr Spezialgerät erforderlich, wird immer mehr Zeit für die Ausbildung benötigt.

Auf das vielfältigere Anforderungsprofil im Einsatzfall müssen sich die Ehrenamtlichen entsprechend vorbereiten. Für die professionelle Aufgabenerledigung ist immer mehr Spezialgerät erforderlich, wird immer mehr Zeit für die Ausbildung benötigt. Im Jahr 2010 leisteten die Freiwilligen der Feuerwehr Böblingen insgesamt 26.072 Stunden. Das sind umgerechnet auf jeden Einzelnen Ehrenamtlichen rund 175 Stunden im Dienste der Allgemeinheit. Dies geht zu Lasten der Freizeit und schränkt die Bedürfnisse der Familie stark ein. Zudem steht oft der Karrierewunsch oder auch die Angst vor Arbeitslosigkeit einem übermäßigen, ehrenamtlichen Engagement entgegen. Feuerwehr, Familie, Freizeit und Beruf lassen sich nur schwer unter einen Hut bringen. Eine der Ursachen, warum sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren.

Doch: Bestimmte Tätigkeiten im Dienst für den Bürger wären durch staatliche Einrichtungen weder zu leisten noch zu finanzieren. Ein herausragendes Ehrenamt ist die Tätigkeit als Angehöriger einer freiwilligen Feuerwehr. In freiwilligen Feuerwehren verrichten Frauen und Männer einen lebensnotwendigen Dienst für die Bürger unserer Stadt. Sie investieren sehr viel Freizeit für die zahlreichen Übungsdienste und Einsätze. Sie sind Tag und Nacht einsatzbereit und verlassen - wenn der Melder piepst - den Arbeitsplatz am Tag, das warme Bett in der Nacht sowie in der Freizeit die Familie, Freunde oder die sonstige individuelle Beschäftigung. Und sie riskieren bei Bränden, technischen Hilfeleistungen oder Umwelteinsätzen im Dienst für den Nächsten auch das eigene Leben. Ihnen – den Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren - gebührt nicht nur wohlwollende Anerkennung sondern auch ein besonderer Dank.


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