Wie sieht ein Übungsabend aus?

Wie lernt man „Retten. Löschen. Bergen. Schützen.“?

Wer hat es nicht schon einmal mit eigenen Augen sehen müssen: Zwei Fahrzeuge sind in einander gerast, Polizei, Notarzt und die Retter der Feuerwehr kommen zur Hilfe. Doch was ist für die ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr zu tun? Wie werden sie für solche Ernstfälle ausgebildet?


Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Böblingen bekommen in den ersten zwei bis drei Dienstjahren eine fundierte Ausbildung. Sie lernen in dieser Zeit alle Tätigkeiten, die sie im Feuerwehreinsatz benötigen. Für den Brandeinsatz üben sie den Umgang mit Schlauch, Strahlrohr und Atemschutzgerät. Für die zum Beispiel bei Verkehrsunfällen notwendige technische Hilfeleistung lernen sie die richtige Handhabung hydraulischer Rettungsgeräte. Für Gefahrgutunfälle trainieren sie die Arbeit unter Chemikalienschutzanzug. Nach dieser Grundausbildung werden die einmal erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen von monatlichen Übungsdiensten laufend wiederholt und erweitert.

 

Wie sieht ein typischer Übungsdienst aus?

Die Ausbilder der Freiwilligen Feuerwehr Böblingen planen die Übungen unter dem Motto "Erfahrung erleben". So werden zum Beispiel für die technische Hilfeleistung verschiedene Unfallszenarien mit extra für die Übung bereitgestellten Fahrzeugen nachgestellt: Fahrzeug auf dem Dach liegend oder auf einer Betonabgrenzung stehend, wie sie häufig bei Autobahnbaustellen zum Einsatz kommen. Dadurch werden sowohl die Mannschaft als auch die Führungskräfte in der Anwendung von Rettungstechniken sowie dem taktisch sinnvollen Vorgehen geschult.

Dabei werden auch die laufend verbesserten Fahrzeugtechnologien und Sicherheitssysteme sowie die Vielfalt der am Straßenverkehr teilnehmenden Fahrzeuge berücksichtigt, denn diese stellen die Feuerwehren vor immer neue Herausforderungen.

Um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, gilt es, verschiedene Unfallszenarien zu trainieren. Die Ausbildung erstreckt sich auf die Rettung aus Pkw und Lkw. Beide Fahrzeugarten sind in taktischer Hinsicht verschieden. Das ergibt sich schon aus den vollkommen unterschiedlichen Größenverhältnissen und Materialien.

Im Rahmen der Übungen lernen die Feuerwehrleute bewährte Rettungstechniken kennen und profitieren vom Erfahrungsschatz anderer.

Die Ausbilder der Freiwilligen Feuerwehr Böblingen begleiten die Feuerwehrangehörigen durch Theorie und Praxis. „Großen Wert wird auf die Praxis gelegt, damit im Einsatz auch in schwierigen Situationen die Rettungsgeräte richtig bedient werden können und eine den Patienten schonende Rettung möglich ist,“ erläutert Lars Ohlsen, der für die Ausbildung der Nachwuchs-Blauröcke in Böblingen zuständig ist.

 



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