Wir stellen vor: Bernd Häußler

in Betreuer
vom 20 Februar 2015

Gell, des hod dene Jonge gfalla.

Wer mittwochs gegen 18 Uhr die Feuerwache am Röhrer Weg betritt, kann das wuselige Treiben der rund 50 Kinder und Jugendlichen einmal selbst erleben. Sie sprühen vor Begeisterung, können den Dienstbeginn der Jugendfeuerwehr kaum erwarten. „Hey Schrotti, bisch au do!“, ruft einer der Nachwuchsretter und gesellt sich zu dem freundlichen 1,90 Meter Hünen, der von einer ganzen Schar Kinder umringt ist. Gemeint ist Bernd Häusler, den alle nur Schrotti nennen, weil er jahrzehntelang nebenher den Dagersheimer Schrotthandel betrieben hat und der bis zum Jahresende 2014 stellvertretender Jugendwart war. Und der nun lieber aufhört – wie er selber sagt, bevor die Kinder Opa zu ihm sagen.

Dabei wirkt dieser Mann, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, eigentlich noch ziemlich jugendlich. Die Kinder jedenfalls lieben ihn, sie schätzen ihn, weil er immer für jeden Spaß zu haben war. Sei es eine Wasserschlacht im Sommer oder auch die legendären Schlittentouren am Nebelhorn. Schrotti musste man da nicht zweimal fragen, der war da sofort dabei. Wenn er von der 3,5 Kilometer langen Rodelbahn erzählt, spürt man förmlich die Begeisterung und man würde am liebsten gleich selbst rodeln gehen. Zur Jugendfeuerwehr kam er damals durch die Altpapiersammlungen, bei denen Bernd als Fahrer mit dem eigenen Lkw selbstverständlich gerne aushalf. „Das waren damals noch richtige Events“, erzählt er, als die Kinder mit ihren Betreuern gemeinsam auf dem Lastwagen noch die Papierstapel im Stadtgebiet eingesammelt haben. „Mancher hat sich auf dem Lkw verschanzt und mit großen Augen die Hefte durchgeblättert, während die andere schuften mussten“, erzählt er und lacht. Auch wenn die Arbeitsteilung nicht immer gerecht war, habe es allen viel Spaß gemacht und sei gut für den Zusammenhalt gewesen.

Bernd1Wenn er so erzählt und in Erinnerungen schwelgt, kann man ihm stundenlang zuhören. Auch wenn er eigentlich kein Mann der großen Worte ist, sprang er spontan bei der Hauptversammlung ein und berichtete für den an diesem Tag verhinderten Jugendwart über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Seinen legendären Vortrag hielt er in „guad schwäbisch“, so wie ihm sein Schnabel gewachsen war und er beendete jedes Kapitel mit dem Satz „Gell, des hod dene Jonge gfalla!“ Bei allen Aktivitäten, die Bernd vortrug, kam dieser Satz – und mit der Zeit stimmte der gesamte Saal in diesen Refrain mit ein.

Man muss ihn einfach mögen. Auch bei seinen Wegbegleitern, den Betreuer-Kollegen aus der Jugendfeuerwehr, ist Bernd ebenso beliebt wie in der Einsatzabteilung selbst. Alle, mit denen man spricht, beschreiben ihn als spontan und sehr kameradschaftlich sowie äußerst freundlich und hilfsbereit. Und, das bestätigen übrigens alle Gesprächspartner ebenfalls, Schrotti hat viele Talente. Beispielhaft erwähnt sei hier nur das – wiederum legendäre – Holzofenbrot, das der gelernte Bäcker für das Dagersheimer Schlachtfest stets frisch gebacken hat.

So schade es ist, dass Schrotti nun der Jugendfeuerwehr nicht mehr zur Verfügung steht, es hat auch was Gutes: Er hat mehr freie Zeit für die Einsatzabteilung Dagersheim! Und was hat er sich selbst für die nun unverplante Zeit vorgenommen? Er will es sich gutgehen lassen, zum Beispiel im Böblinger Thermalbad.

Die Jugendfeuerwehr Böblingen: Da ist was geboten!


 


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