Deutsche Meisterschaft in Böblingen - 23.07.-27.07.2008

vom 26 Juli 2008

Team Böblingen: Ein Team - Ein Ziel: Ostrava 2009

- Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft ist fast abgeschlossen -

Ehrgeizig sind sie, die Männer und Frauen der Böblinger Feuerwehr. Die Wettkampfgruppe bereitet sich seit Monaten auf die heute eröffneten Deutschen Meisterschaften vor, bei denen rund 1.800 Wettkämpfer aus ganz Deutschland in Böblingen gegeneinander antreten. Hier wird um Medaillen gekämpft und um die Teilnahme an der Feuerwehr-Olympiade in 2009 in Ostrava/Tschechien. Vor allem die bereits erlangten Erfolge wie z. B. die dauerhafte Teilnahme an den Feuerwehr-Olympiaden mit Goldmedaillen-Ausbeute und der kürzlich erreichte Titel des Kreismeisters drängen die Böblinger Brandbekämpfer in eine Art Favoritenrolle.

Um dieser Favoritenrolle bei den so genannten „Traditionellen Wettbewerben“ auch gerecht zu werden, trainiert die Gruppe unter der Führung von Peter Maurer und Nico Mayan zwei Mal pro Woche. Mittwochs findet man sie im Stadion am Silberweg – dem Austragungsort der Meisterschaft, die am 23. Juli eröffnet wird. Bei den traditionellen Wettbewerben geht es darum, einen Löschgriff – wie er auch im realen Feuerwehreinsatz gemacht wird – in einer möglichst kurzen Zeit und fehlerfrei aufzubauen. Weiterhin muss ein Staffellauf über 400 Meter mit Hindernissen wie z.B. eine 1,50 Meter hohe Wand und eine Röhre, schnellstens absolviert werden. Zusätzlich zu den normalen Trainingseinheiten werden auch gezielte Einheiten eingelegt, um beispielsweise die Zeit für das Kuppeln der Saugschläuche stetig zu optimieren.

Aber die Böblinger nutzen nicht nur das Training für die Vorbereitungen. Insgesamt fünf nationale Wettkämpfe hat die Gruppe im Jubiläumsjahr schon bestritten. Zuletzt am 28.06. in Renningen, wo der Titel des Kreismeisters erkämpft wurde. Der letzte Wettkampf vor den Deutschen Meisterschaften fand am vergangenen Samstag in Fußach/Österreich statt. Bei der „Generalprobe“ erreichte die Böblinger Gruppe A1 den 5. Platz in der Wertung „Gäste“. Beim Bundesleistungsabzeichen wurde ein 2. Platz in der Wertung „Gäste“ erkämpft.

Die Mitglieder der Wettkampfgruppe leisten diese Vorbereitungen neben dem „normalen“ Feuerwehralltag mit Übungen, Einsätzen und Sonderdiensten. „Der Feuerwehrdienst geht immer vor und darf nicht vernachlässigt werden“, so Florian Müller, der bereits seit sieben Jahren in der Wettkampfgruppe ist. Seine bisherigen Erfolge waren die Goldmedaille bei der Olympiade 2004 im Varazdin/Kroatien, zweite Plätze beim Deutschlandpokal im Jahr 2004 und 2007 und die kürzlich gewonnene Kreismeisterschaft. „Wird sind Feuerwehrleute, die Wettkampf machen und keine Wettkämpfer, die in der Feuerwehr sind“, kommentiert Müller die Doppelbelastung durch das Training.

Sind wir also gespannt, ob die Böblinger den Heimvorteil nutzen und die Fahrkarte nach Ostrava zur Feuerwehr-Olympiade lösen können.


 

- Der erste Trainingslauf ... -

DSC07382„Die Stimmung ist gut in der Truppe“, so Peter Maurer – Trainer der Wettkampfgruppe Böblingen. Gemeinsam mit Nico Mayan macht er die Böblinger Brandbekämpfer fit für die Deutsche Meisterschaft.

Aber neben der guten Stimmung macht sich bei ihm auch ein gewisses Lampenfieber breit. „Das sei aber normal“, so Maurer mit einem breitem Grinsen im Gesicht. Die Truppe trainiert Sommer wie Winter für anstehende Wettkämpfe und hat sich jedes Mal gesteigert. Von daher ist sich Maurer sicher, dass die Mannschaft einen guten Wettkampf zeigen wird.

11 Uhr Stadion Silberweg: Pressetermin mit einer Vertreterin der SZ/BZ. Fast eine Stunde werden sie mit Fragen bombardiert. Bereitwillig geben sie aber Auskunft über die Vorbereitungen und die aktuelle Stimmung der Mannschaft.

16 Uhr Stadion Silberweg: Es ist endlich soweit: Antreten zur Trainingseinheit auf Bahn 2b. Der Aufbau des Löschangriffs läuft planmäßig gut ab und entsprechend gut ist die Zeit. Auch der Staffellauf läuft tadellos. Das bedeutet Platz 3 in der Gesamtwertung für die Böblinger.

Gleich nach Ende der Trainingseinheit wartet schon der nächste Termin. Interview mit Regio-TV gleich direkt auf der Bahn. Gemeinsam mit Thomas Frech geben sie wieder bereitwillig Auskunft. Frech ist sich sicher, dass sich die Mannschaft am Samstag beim Wettkampf nochmals steigern kann.

Ob alle Mannschaften heute das gezeigt haben was sie können ? In einem Gespräch mit Roland Pfau meint dieser, dass sich alle Mannschaften noch steigern können. Im Training wurde noch so manches ausprobiert. Seien wir also gespannt auf den ersten Wettkampftag am Freitag.


 

- Böblinger Wettkämpfer guten Mutes; so verbringen sie die letzten Stunden vor dem Wettbewerb -

Die Deutschen Meisterschaften der Feuerwehrwettbewerbe wurden am Mittwoch feierlich eröffnet; heute liefen die ersten Wettbewerbe in der Disziplin der Sportwettkämpfe sowie der Jugendfeuerwehren. Für die Männer und Frauen der Böblinger Feuerwehr, die bei den so genannten „Traditionellen Wettbewerben“ starten, läuft der Countdown; sie sind am morgigen Samstag um 8.40 Uhr an der Reihe.

Die Vorbereitungen für eine erfolgreiche Teilnahme sind nahezu abgeschlossen; die Böblinger Gruppe hat monatelang zwei Mal pro Woche trainiert. Zusätzlich wurde bei zahlreichen nationalen Wettkämpfen fleissig Wettkampferfahrung gesammelt. Zuletzt am 28.06. in Renningen, wo die Böblinger unter starker Konkurrenz Kreismeister wurden.   

Die Mitglieder der Böblinger Wettkampfgruppe leisten diese Vorbereitungen neben dem „normalen“ Feuerwehralltag mit Übungen, Einsätzen und Sonderdiensten. Auch in der Wettkampfwoche sind sie voll in den Arbeitsalltag integriert; Sie leisten zusammen mit den anderen Kameraden Arbeitsdienst im Festzelt und versorgen die rund 1.800 Feuerwehrleute, die dieser Tage in Böblingen sind, mit Mittagessen und Getränken. Anders wären die zahlreichen Arbeiten, die rund um das 150-jährige Jubiläum der Floriansjünger und rund um die Deutschen Meisterschaften entstehen, auch gar nicht zu leisten. „Uns ist es wichtig, hier tatkräftig mitzuarbeiten. Dennoch sind wir froh, dass auf unsere Belange bei der Einteilung Rücksicht genommen wurde“ so Peter Maurer, Trainer der Wettkampfgruppe Böblingen.   

„Die Stimmung ist gut in der Truppe“, sagt Maurer. „Wir werden uns morgen um 6.30 Uhr zu einem Aufwärmtraining treffen und ein letztes Mal den Ablauf der Übung durchgehen“ sagt der Coach. „Anschließend werden wir ganz in Ruhe ins Stadion gehen, um konzentriert den Wettkampf zu absolvieren.“ Um 8.40 Uhr starten die Böblinger mit dem Löschangriff; unmittelbar danach geht es zum Staffellauf. Maurer ist sich sicher, dass die Mannschaft einen guten Wettkampf zeigen wird. Insbesondere, weil sie beim offiziellen Training durch einen fehlerfreien Löschangriff und nach einem tadellosen Staffellauf Platz 3 erreichten.


 

- Der große Tag .... -

Es ist kurz vor 8 Uhr, als die Mannschaft der Feuerwehr Böblingen das Stadion am Silberweg betritt. Nicht ganz eine Stunde noch bis zum großen Moment. Die Gruppenführerin Nicole Jüngling meldet die Mannschaft ordnungsgemäß beim Bewertungsausschuss an. Die Stimmung in der Truppe ist zu diesem Punkt sehr unterschiedlich. Die einen sind fröhlich und können es kaum erwarten, dass der Startbefehl kommt. Die anderen sind eher ernst – in sich gekehrt – und hoch konzentriert.

Wenig später heißt es „Antreten“ und die Wertungsrichter werfen einen prüfenden Blick auf die antretende Mannschaft. Alles diese Hürde passiert ist kommt eine kleine „Lockerungsübung“: Fotografin Carmen Essig aus Weissach bittet die Mannschaft, sich zum Gruppenfoto aufzustellen – eine leichte und routinierte Übung.DSC00550

Dann aber beginnt der Ernst des Feuerwehrlebens. Die Mannschaft betritt die Wettkampfbahn und auf der Tribüne bricht tosender Applaus los. Ein Blick auf die Ränge zeigt, dass viele Böblinger Helfer – zu erkennen an den begehrten gelben Shirts – gekommen waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Sichtlich beeindruckt bereitet das Team die Wettkampfgerätschaften vor. Um sie herum geht es hektisch zu. Auf den Bahnen links und rechts wird der Wettkampf abgenommen.

Doch nicht nur die kämpfenden Mannschaften umgibt die Böblinger Wettkämpfer. Fotografen der Feuerwehr und der Presse umringen sie. Ebenso wie das Regionalfernsehen und Vertreter der schreibenden Medien. Alle wohl darauf bedacht, die Mannschaft in den Vorbereitungen nicht zu stören. Akribisch wird jedes Gerät in die richtige Position gelegt und alle Abläufe noch einmal im Kopf durchgespielt. Die Anspannung in den Gesichtern steigt. Nur noch Minuten bis zum Start.


Dann heißt es wieder: „Antreten“ – der große Moment ist da. Abläufe, die in Monaten in unzähligen Stunden eintrainiert wurden, müssen sitzen. Alle ! Es gibt keinen zweiten Versuch, es gibt keine Wiederholung. Jeder Fehler, jede verlorene Sekunde kann darüber entscheiden, ob die Mannschaft die Qualifikation schafft oder nicht. Der Einsatzbefehl dröhnt aus den Stadionlautsprechern, die Hosen werden noch einmal hochgerafft, um den best möglichen Start zu erreichen.

Dann ertönt das Startsignal und alles geht blitzschnell. Ehe die Vertreter der Presse es richtig begreifen, sind die Saugschläuche gekuppelt, gesichert und an die Pumpe angeschlossen. Noch während alle das muntere Treiben an der Pumpe beobachten, sind die Angriffsschläuche bereits ausgerollt und gekuppelt. Schon nach 37.2 Sekunden stoppt die Uhr – eine Spitzenzeit, das weiß jeder sofort. Aber wie viele Fehler wurden gemacht ? Die Wertungsrichter suchen und suchen – aber erfolglos. Null Fehler ! Das ist die halbe Miete und Begeisterung zeigt sich in der Mannschaft.

Aber noch ist es nicht geschafft – direkt im Anschluss muss der Staffellauf absolviert werden. 8 x 50 Meter mit Hindernissen. Startschuss ! Der erste Läufer legt los wie die Feuerwehr – Übergabe ! Tadellos ! Hindernisse wie Schwebebalken und Wand werden nahezu perfekt gemeistert und die Mannschaft liegt klasse im Rennen. Am Rand jubeln die Böblinger Anhänger, was das Zeug hält. Übergabe an den Schlussmann, der im Hechtsprung die Röhre durchqueren muss. Eine Mutprobe, die sich nicht jeder zutraut. Übergabe an den Schlussläufer läuft perfekt – dann der Sprung in die Röhre aus vollem Lauf. Nur eine gute Sekunde später taucht er aus der Röhre auf – Schlussspurt und Zieleinlauf. Nach 59.6 Sekunden ist auch diese Disziplin vorüber.

Die Mannschaft weiß, dass dieses Ergebnis reichen muss für Ostrava. Und alle reißen die Arme hoch und fallen sich in die Arme. Auch auf der Tribüne bricht Jubel aus. Schnell sind die beiden Trainer Peter und Nico zu Stelle und jubeln mit ihren Schützlingen. Stadtbrandmeister Thomas Frech, der auf der Tribüne mit die Daumen gedrückt hatte, gesellt sich dazu. Fotografen umringen die erfolgreiche Mannschaft. Die ganze Anspannung der letzten Minuten ist wie weggezaubert und ist eine Begeisterung gewichen, die die pure Freude über die Fahrkarte nach Tschechien widerspiegelte.

„Wir sind froh, dass alles reibungslos geklappt hat“, so Peter Maurer. Gruppenbild mit Reservisten und Trainer, bei dem Nico Mayan fast noch zu spät kam, weil er mitten im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten steckte. „Wow, das war spitze“, kommentierte Ralf Egerter ziemlich nüchtern. Die Mannschaft begab sich anschließen in die Ecke ihres Presseteams, wo bereits Oberbürgermeister Vogelgsang, Erster Bürgermeister Andreas Brand und Kreisverbandsvorsitzender Willi Dongus warteten, um der erfolgreichen Mannschaft zu gratulieren und um sich gemeinsam mit ihnen auf einen Foto zu verewigen.

 

Ergebnisliste

 

 



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