Seit rund 25 Jahren pflegt die Feuerwehr Böblingen eine enge, sehr freundschaftliche Partnerschaft zu der Feuerwehr Sömmerda. Die Kameradschaft und der fachliche Austausch „Wie macht denn ihr das?“, also der berühmte Blick über den Tellerrand, steht bei den gegenseitigen Partnerschaftsbesuchen im Vordergrund. Die intensive Partnerschaft und die gegenseitige Weitergabe der Erfahrungen sind eine wertvolle Bereicherung für beide Wehren.
Sömmerda liegt im flachen, fruchtbaren Thüringer Becken an der mittleren Unstrut, ca. 20 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Erfurt. Die Stadt mit ihren rund 23.000 Einwohnern ist gleichzeitig auch die Kreisstadt. Die erste urkundliche Erwähnung Sömmerdas stammt aus dem Jahr 876. Auch während des Bauernkriegs um 1525 spielte Sömmerda als Schauplatz des Krieges eine wichtige Rolle. Da sich auch in Böblingen entscheidende Kämpfe des Bauernkrieges im Südwesten abspielten, gibt es hier eine wichtige historische Gemeinsamkeit.
Die Jahre nach der 100 Jahrfeier in 1958 zeigen eine rasante Entwicklung der Stadt Böblingen. Eine ähnliche Entwicklung macht daher in dieser Zeit auch die Feuerwehr durch. Einer der Höhepunkte dabei war sicher die Inbetriebnahme der neue Feuerwache am Röhrer Weg 1975. Im Jahr 1959 waren bereits 35 Feuerwehrleute an die Weckerlinie angeschlossen.
Bombardierung am 7. Oktober 1943
Von Eugen Beuttler, der von 1926 bis 1939 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Böblingen war und danach ihrem Stab angehörte, liegt folgender Bericht vor:
„Am 7.Oktober 1943 wurde um 23:20 Uhr Luftalarm gegeben. Ich begab mich, wie üblich, zur Befehlsstelle Schlosskeller. Der Stab des örtlichen Luftschutzes, der Feuerwehrstab, Sanitäter, Helfer und Melder waren zur Stelle. Auch Frauen und Kinder der Nachbarwohnungen hatten sich schutzsuchend eingefunden. Kurz nach 23:30 Uhr hörte man gewaltige Detonationen.
Die Zeit des Nationalsozialismus hat generell weitreichende Veränderungen für die Organisation der Feuerwehren mit sich gebracht. Landesweit wurden die bisher als Gemeindeeinrichtung fungierenden Feuerwehren schrittweise als zentral gelenkte Feuerlöschpolizei dem Innenministerium unterstellt. Dieser Prozess begann bereits 1933 und wurde im Wesentlichen mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 abgeschlossen.
Vieles aus dieser Periode entstammt der Festschrift zu den 100-Jahrfeiern, und wurde damals von Mittelschulrektor a.D. K. Bauer verfasst. Eine sehr wichtige Quelle dabei war das Notizbuch von Stabshornist David Baisch, der von 1876 bis zu seinem Tod in 1932, 56 Jahr lang der Feuerwehr angehörte. Die Böblinger Feuerwehr hatte ihm wegen seiner Verdienste das Prädikat „Ehrenstabshornisten“ zuerkannt. Das Notizbuch befindet sich heute noch im Archiv der Feuerwehr.